Fotos: Amon Amarth – The Allfather Awakens in Bamberg

Wer A wie Amon Amarth sagt, muss auch B wie Bamberg sagen. Mit Orbit Culture und Soilwork im Gepäck und der neuen Scheibe „The Allfather Awakens“ als achtbeiniges Zugpferd konnten die Schweden am 4. November die brose Arena gut füllen, wenn auch nicht ausverkaufen.

Soilwork machten ihren Job als Opener gut: Erste Circle Pits und immerhin ein Crowdsurfer waren der Lohn für eine musikalisch solide, wenn auch eher statische Show. Das mag auch am beschränkten Platz auf der Bühne gelegen haben – immerhin nahm allein der Amon-Amarth-Drumriser die Hälfte der Fläche ein.

Orbit Culture erhöhten anschließend den Pegel spürbar. Extrem tight und druckvoll arbeiteten die vier Schweden sich durch ihr Set, machten die Circle Pits noch runder, die Crowdsurfer noch zahlreicher und die Stimmung im Publikum noch besser. Sogar zwei Walls of Death gab es am Ende, nebst wohlverdientem Jubel. Ein bisschen mehr Abwechslung bei der Lightshow wäre nett gewesen. Irgendwann hat man sich auch am schönsten Rot sattgesehen…

Mit dem fettesten und zugleich transparentesten Sound des Abends zeigten Amon Amarth den Bambergern, wo der Wikinger die Hörner hat. Und legten in Sachen Bühnenshow locker zwei, drei Schippen drauf: Fette (teils aufblasbare) Aufbauten, stimmungsvolle Animationen auf der LED-Wand dahinter und eine originelle, gut zu den Songs passende Lightshow sorgten fürs gebührende Setting.
Die Band hatte offensichtlich Spaß, es gab Bier aus Hörnern, Männer mit Bärten und Schwertern, ein Lagerfeuer mit Akustikeinlage („Upphaf“) und auch ansonsten viel Feuer. Alteingesessene Fans vermissten natürlich den einen oder anderen Klassiker von Scheiben wie „Fate of Norns“, aber über Setlists kann man sich immer streiten, sobald eine Band so viele gute Alben veröffentlicht hat, dass auch 19 Songs nicht ausreichen, um alle Wünsche zu erfüllen.
Warum aber gerade „Saxons and Vikings“ als Zugabe taugen soll, erschließt sich mir nicht. Egal. Wichtiger ist, dass alle Spaß hatten: Die Band sowieso, das vordere Drittel erst recht (da wurde im Circle gepittet, auf dem Boden gerudert und die Crowd gesurft), und der Rest sang laut und textsicher mit.

Endergebnis in der Brose Arena: Wikinger 1 – Langeweile 0.

Text: Florian Stangl
Fotos: Daniela Adelfinger